Liebe, Liebe und nochmals Liebe! Matthias Hoffmann, noch besser bekannt als der Prediger mit dem Thema „das Vaterherz Gottes“, schenkt gleich reinen Wein ein: „Ich weiß, viele denken, dass sie über die Liebe Gottes alles wissen. Das sei kein Schwarzbrot der Lehre Gottes für mich, das ist das Weichspülprogramm für Softies…“
Von 6 verschiedenen Gemeinden kommen die Menschen zum Auftaktgottesdienst. Katharina Petrusch aus der Elim-Gemeinde Salzgitter ist mit ihren 83 Jahren begeistert bei der Sache und tanzt zu den Bewegungen der Lieder von Daniel Kallauch: „Allerhand los hier, wunderbar! Ich mach alles mit, das Alte ist vorbei!“ Die Kinder kreischen nach Willibald, Daniels Spaßvogel aus Plüsch, der ihm seine Bauchrednerstimme leiht: „Ja, die Regina, die strikt…!“ Das mit der Regionaldistriktkonferenz hat er irgendwie falsch verstanden: „Nein, es ist auch nicht die Allianzarena…!“, hilft Daniel Kallauch seiner Handpuppe aus der Patsche. Macht nichts, Groß und Klein lacht Tränen.

Neben den Themenblöcken gibt es für die Kinder ein lustiges Rahmenprogramm. Samstagnachmittag erwartet die Kleinen Clown Theo. Da kribbelt es von Anfang an im Bauch, wie er sich mit den Fingern in seiner Jacke verhaspelt und nicht einmal das Mikro aufstecken kann! Als es endlich sitzt, knallte es und Rauch leitet die Show ein (dabei hat er doch ein Mikro am Mund!?). Als dann noch die Hose „aus Versehen“ (!) rutscht, obwohl Theo so aufpasst, dass nicht noch der zweite Hosenträger flutscht, reißt es die Kleinen von den Stühlen. Clown Theo agiert mit den Kindern vor und auf der Bühne. Die Namen der Kinder finden sich plötzlich in einer Geschichte der Ballakrobatik wieder und gemeinsam spielen sie ein Theaterstück.

Wie Theater können auch die Riesenplüschherzen des Teams von Matthias Hoffmann anmuten. Die haben tatsächlich Arme und legen sich um den, der so die Verbindung zum Vaterherz Gottes herstellen möchte. Da kann man in gemütlicher Atmosphäre über einen blauen Gebetsteppich wandeln, an dessen Seiten Menschen segnend beten. Ja, es ist heimelig und zum Auftanken, einerseits! Auf der anderen Seite fordert Matthias mit seinem Programm heraus: „Wagst du den Schritt im Glauben aufs Wasser?“ Es gehe nicht um Regeln, Erkenntnisse und starre Schemata. Die Gebote der Bibel seien klare Vorgaben, aber unter dem „Baum der Erkenntnis“ gäbe es kein Schema F. Hier bestimme die Beziehung zum Vater jeden einzelnen Schritt im Glauben. Das sei genau das Gegenteil zum Leben und Essen der Früchte des Baumes der Erkenntnis. Fehlendes Vertrauen und den Vater doch nicht so gut kennen, verleitete die ersten Menschen zur Sünde und Distanz zu Gott, ihrem Vater. Und heute sind es die vielen verwaisten Menschen in einer vaterlosen Generation, die Gott ruft, wenn Nöte geschehen, um uns an sein Vaterherz zurück zu bringen. Oft übersetzt Matthias biblische Worte mit Bildern aus dem hebräischen Grundtext. Diese Sprache habe etwas Kindliches und es sei nicht einfach, als Erwachsener zu diesem kindlichen Vertrauen und Glauben zurück zu finden. Gerade in unseren Zeiten, wo Burnout, seelische Krankheiten und zerbrochene Familien nach dem Gefühl von Sicherheit und Vertrauen streben, offenbare Gott zum richtigen Zeitpunkt seine Liebe. Es ist die Botschaft im Kopf, das unsere Herzen leer lässt und wie der verlorene Sohn zum Weggehen bewege, wenn es nicht ins Herz rutscht!“
„Sünde war nie das Problem Gottes, aber harte Herzen! Lass es vom Kopf ins Herz rutschen und hab keine Angst vor den Schmerzen da drin! Tränen sind das Schmelzwasser, damit Gott ein Herz auftauen kann!“ Es bleibt dann doch Einiges hängen nach diesem Wochenende.

Daniel Kallauch berichtet im Abschussgottesdienst aus seiner gemeinsam verbrachten Zeit mit den Kindern: „Als die Kinder gemalt haben und sich von Gott inspirieren ließen, merkte man, wie natürlich das für sie ist!“

von Britta Wieland-Ritter
05.04.2012