Hiermit führen wir eine neue Rubrik ein: "so läuft das hier..." Das bedeutet, alle paar Wochen stellt sich ein Arbeitsbereich der Gemeinde ganz persönlich vor bzw. gibt Einblicke in den Alltag der Beteiligten.
Den Auftakt machen unsere fleißigen Mitarbeiter vom Übersetzungsdienst:

„Am besten ein Job, bei dem Hände und Füße Ruhe haben“ riet mein Vater. Wer hätte gedacht, dass ich genau das finden sollte mit Christian beim Übersetzungsteam. Christian? Man hört ihn nicht, nur mich (wie so oft), aber so manche Vokabel, die ich verzweifelt umschreibe, raunt er mir gelassen zu und schlägt die englische Bibel (sogar auswendig) auf.
Vor dem Gottesdienst kommen wir in die – manchmal ziemlich kalte – Kabine, richten uns ein: Wasser für die Stimme, Bibel und Wörterbücher, die Vokabelliste mit meinen persönlichen Problemfällen, dann noch schnell den/die Prediger/in um ein Stichwort bitten und dann geht es los.

Wenn alles gut läuft, kann der Gedanke ‚klappt ja prima‘ schon genügen, um aus dem Rhythmus zu kommen. Wird ein Bibelvers zitiert, hilft es sehr, wenn zuvor die Stelle genannt wird, wenn nicht, muss ich umso schneller sein. Auch beim Umschreiben unbekannter Wörter. Der eine lässt Erfahrungen von dem Segelboot, der andere aus der Holzwerkstatt in seine Predigt einfließen. Und was heißt bloß Lot auf Englisch?
Dann gibt es noch Redewendungen und Wortspiele‚ wie übersetzt man „nicht kleckern, klotzen“ oder „eine Predigt wie Schwarzbrot“? Und wenn dann noch spontan die Technik ausfällt, denke ich an C3PO, der in Star Wars bemerkte: „Ich brauche einen Computeranschluss nicht von einer Steckdose zu unterscheiden, ich bin nur Dolmetscher“.

von Alice Münstermann und Steven Burek
23.03.2012